Hand in Hand in Halberstadt

Das Cochlear-Implantat-Rehazentrum CIR in Halberstadt hat kräftig aufgestockt. Für das neue Vollgeschoss in Holzrahmenbauweise holte das Zimmerei- und Bedachungsunternehmen Müller & Sohn SCHNOOR ins Boot.  

Im Cochlear-Zentrum am Diakonissen Mutterhaus Cecilienstift in Halberstadt bedeutet jeder Quadratmeter ein Stück Hoffnung. Hier implantieren hochspezialisierte Ärzte Hörgeschädigten neue digitale Hörprothesen und begleiten sie dabei, das Hören und Sprachverstehen neu zu lernen. Weil die 14 Therapieplätze den Bedarf schon lange nicht mehr deckten, hat man in Halberstadt jüngst kräftig aufgestockt. Der Therapiekomplex wurde um ein komplett neues drittes Vollgeschoss mit rund 200 Quadratmetern Grundfläche erweitert. 

 

Erweiterung auf begrenztem Raum: Das Cochlea-Implantat-Rehazentrum CIR stockt ein Vollgeschoss in Holztafelbauweise auf.

„Das war schon ein großes und sehr spezielles Projekt“, erzählt Torsten Müller, Senior-Chef des federführenden Zimmerei- und Dachdecker-Unternehmens Müller & Sohn. Alle Baumaßnahmen mussten in einem sehr kleinen Zeitfenster im laufenden Krankenhaus- und Rehabetrieb realisiert werden – und das ohne den normalen Betrieb zu behindern. Für den Zimmerei-Inhaber stand deshalb schnell fest. „Da braucht man einen starken Partner wie SCHNOOR, der das alles stemmen und so schnell liefern kann.“ 

Starke Partner im Projekt: Torsten Müller, Inhaber von Müller & Sohn Zimmerei & Bedachungen (links) und Matthias Brecht, Holztafelbauexperte von SCHNOOR (rechts).

Holztafelbau mit exzellentem Wärme-, Schall- und Brandschutz

Gefertigt wurde das neue Geschoss in Holztafelbauweise im SCHNOOR-Werk in Burg. „Wir können die Wand-, Dach- und Deckenelemente hier komplett vorfertigen, so dass auf der Baustelle alles sehr schnell gehen kann“, weiß Holztafelbauexperte Matthias Brecht, der das Projekt für SCHNOOR betreute. Die Holztafelbau-Elemente aus Burg erfüllen die hohen Anforderungen an den Wärme-, Schall- und nicht zuletzt Brandschutz in öffentlichen Gebäuden. 

Gerade erst hat sich das Unternehmen nach dem Kapselkriterium für den erhöhten Brandschutz in öffentlichen Gebäuden der Klasse 4 zertifizieren lassen. „Wir sind im Holztafelbau heute beim Brandschutz genauso gut wie der Steinbau“, sagt Brecht und ergänzt stolz: „Aber unsere Konstruktionen sind dabei viel leichter.“ Das vergleichsweise geringe Eigengewicht der Holzelemente prädestiniert die Bauweise geradezu für die Gebäudeaufstockung. “ Wenn ich dagegen mit Stein aufstocke, macht die Statik das oft nicht mit, weil das Gebäude dafür nicht ausgelegt ist“, so Brecht.

Das Bestandsgebäude mit seiner eigenwilligen T-Form musste zunächst akribisch vermessen werden.

Die Planung übernahm SCHNOOR-Experte Thomas Stolte von der Planungswerft Husum. Da das CIR-Gebäude, seinerzeit als Anbau an das Cecilienstift der Diakonissen realisiert, in einer eigenwilligen T-Form mit quasi schräg angesetztem Fuß gebaut ist, musste der Bestand zunächst akribisch vermessen werden. „Es gibt hier praktisch keinen rechten Winkel“, bringt es Zimmerermeister Müller auf den Punkt. Für barrierefreie Zugänge zur neuen Etage mussten außerdem Flächen und Türen auf unterschiedlichen Ebenen geplant werden. Zusammen mit dem SCHNOOR-Planer hatte Müller jedes Detail im Griff. „Wir haben uns am Telefon parallel vor die Zeichnung am Computer gesetzt und auf schnellem Weg abgestimmt.“  

Nagelplattenbinder für eine einfache, schnelle Montage

SCHNOOR lieferte auch die neue Dachkonstruktion in Nagelplattenbinderbauweise zu. Auch sie bereits hochgradig vorgefertigt. Denn nur so ließ sich der extrem knappe Zeitrahmen halten, weiß Müller. Die Vorgabe des Bauherrn: In nur vier Tagen musste das alte Dach abgebaut und das neue gerichtet werden. Das zehn Mann starke Zimmerei-Team arbeitete deshalb unter Hochdruck. „Vorn arbeitete die erste Kolonne, die die alten Dachelemente entfernte und dahinter rückte gleich die zweite an, um die neuen Dachgebinde zu richten“, erinnert sich der Zimmerer.  

Wie aus einem Guss: Das neue Vollgeschoss fügt sich harmonisch und passgenau in den Bestand ein.

In Halberstadt hat das CIR jetzt das neue Geschoss in Betrieb genommen und hält unterm neuen Dach nun 40 Therapieplätze bereit. „Das war schon eine tolle Sache“, resümiert Müller. Das Zimmerei- und Dachdeckereiunternehmen aus Harzgerode und der Burger Holzbauspezialist haben in Halberstadt nicht zum ersten Mal zusammengearbeitet. „Aber es war das erste große Projekt.“  Und Zimmerer Müller und SCHNOOR-Mitarbeiter Brecht sind sich einig: „Die Zusammenarbeit war super.“ 

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